|
|
HINTERGRUND
“Mit Kunstkritik fängt man meist irgendwann irgendwie an.” ( Blase, Christoph: Einleitung zur Suche nach einer neuen Kunstkritik. In: Schafhausen, Nicolaus: Neue Kunstkritik. New York: Lukas & Steinberg 2001 S.22)
DIE KUNSTWERFT
Der Verein Kunstwerft wurde 2004 gegründet zur Vernetzung von KünstlerInnen unterschiedlicher Medien. Bekannt wurde vor allem die Werftgalerie als Artist-Run-Space mit der Einrichtung der Kunstklappen in Wien und Köln. Daneben gab es Ausstellungsbeteiligungen in Institutionen. Die Mitglieder sind bildende KünstlerInnen, MusikerInnen und SchriftstellerInnen.
Siehe www.werftgalerie.at (Bildende Kunst) oder www.kunstwerft.at
DIE BASIS WIEN
Die basis wien ist Dokumentationszentrum, Archiv und umfangreichste Datenbank zu zeitgenössischer Kunst in und aus Österreich, im nationalen sowie internationalen Kontext. In analoger und digitaler Form werden Materialien zu Kunstproduktion, Präsentation und Rezeption zusammengetragen und als Online-Datenbank zugänglich gemacht. Siehe www.basis-wien.at
LANGFRISTIGE ZIELE DES ACA
In Österreich soll sich der Preis durch den zweijährigen Vergabemodus im Kunstbetrieb etablieren. Durch die fundierte Beurteilung und die transparente Vorgehensweise soll die Reputation, die mit dem Erhalt des Preises verbunden ist, steigen.
Der „Art Critics Award“ dient der Förderung der Kunstkritik. Zum einen durch das Preisgeld, das einer einzelnen Person zugute kommt, zum anderen soll in der Teilöffentlichkeit des Kunstfeldes auf das spezifische Verhältnis der Kunstproduktion zur -rezeption hingewiesen werden.
Neben der Auszeichnung für bereits etablierte JournalistInnen durch den „Senior Art Critics Award“, bietet der „Junior Art Critics Award“ dem Nachwuchs eine neue Möglichkeit zu bezahlten Publikationen und ersten Erfahrungen im Umgang mit Redaktionen zu kommen.
Zur Einführung des Preises dient anstelle eines Bewerbungsverfahrens die Medienbeobachtung als geeignetes Mittel, den Status quo der österreichischen Kunstkritik zu ermitteln. Ähnlich wie KritikerInnen öffentliche Ausstellungen aufsuchen, werden hier ausschließlich publizierte Texte von den KünstlerInnen bewertet.
BEZIEHUNG KUNST - KRITIK
„Bekanntermaßen gibt es kein institutionelles Zulassungssystem, welches darüber entscheiden würde, ob sich jemand Kunstkritiker nennen darf oder nicht. Das Verfassen von Texten und deren Erscheinen an den richtigen Orten macht ihn zu dem, was er ist, ähnlich wie Ausstellungen zu Künstlern machen.“ (Vgl. Graw, Isabelle: Nur für Kenner. Wie wird man Kunstkritiker? In: Graw, Isabelle: Silberblick. Texte zur Kunst und Politik. Berlin: ID Verlag 1999 S. 87-89)
Einerseits wird die Stellung des Kunstkritikers gemeinhin als eine Machtposition innerhalb des Systems Kunst verstanden und man gesteht ihm zu, über Karrieren oder Verkaufszahlen entscheiden zu können. Andererseits lässt sich ein Desinteresse von Seiten des Marktes an dieser Kennerschaft feststellen und Kritiker selbst bewerten ihren Einfluss als sehr bescheiden.
Methoden künstlerischer und kunstkritischer Arbeit nähern sich zudem weiter an. Zur Interpretation eines Kunstwerkes sind der Markt und die Institutionen heute nicht mehr auf einen Kenner angewiesen, sie verschaffen sich ihre Gültigkeitserklärungen durch den Künstler selbst. Dessen Werke verweisen oft auf entsprechende Theorien beziehungsweise ist die Reflexion, die früher von außen an sie herangetragen wurde, bereits im Werk selbst enthalten.
Oft sind es KünstlerInnen, die Ausstellungsrezensionen in Zeitschriften veröffentlichen, sowie auch KuratorInnen immer wieder zu KritikerInnen werden. Die klassische Rollenzuteilung, hat es sie überhaupt einmal gegeben, ist längst obsolet geworden. Dennoch grenzen sich unabhängige SchreiberInnen ab vom institutionalisierten Kulturjournalismus, die wirtschaftliche Lage freier KritikerInnen gestaltet sich zudem oft sehr schwierig.
Die Umkehrung des Verhältnisses ist zentraler Punkt des Konzeptes des Art Critics Award. Hier urteilen die KünstlerInnen über KritikerInnen. Die Ausschreibung des Preises ist künstlerisches Konzept und somit selbst ein Objekt der Kritik. Damit geht einher, dass das Werk selbst in seinem Inneren über diese Kritik urteilt. Die institutionalisierenden Eigenschaften der Verleihung eines Preises und die damit einhergehende Vereinnahmung werden umgedreht. Wo das Erhalten einer Ehrung einen Vorteil verschafft, kann auch das Geben desselben diese Bedingungen erfüllen. Der Künstler wird zur Institution, der sich durch das System selbst legitimiert, vorausgesetzt er erhält seine Gültigkeit – in diesem Fall simpel durch das notwendige Kapital aus dem Netzwerk der bereits gegebenen Kompetenzen.
Die Machtverhältnisse werden geändert und mit Methoden aus dem Arsenal des Kritikers wird Kunst gemacht.
IDEE UND KONZEPT
Moussa Kone behandelt in seiner künstlerischen Arbeit das Verhältnis zwischen Kunst und Theorie. Diese Beschäftigung, kombiniert mit der Tatsache als junger Künstler selbst ständig mit Ausschreibungen und deren Gremien konfrontiert zu sein, führte zum Entstehen dieses Konzeptes. Siehe www.moussakone.com
|
|